Medienmitteilungen, Unia Bern, Detailhandel
Blackout bei Blackout
24.06.2010
Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der Unia haben heute Morgen in schwarzen Kleidern und weissen Masken, mit Schildern und mit Flugblättern gegen die Modeboutiquekette Blackout protestiert: Die an das Verkaufspersonal ausbezahlten Löhne befinden sich unterhalb der Grenze des gültigen Normalarbeitsvertrags NAV*. Das gilt vor allem für die Angestellten im Stundenlohn: der Unia liegen Dokumente vor, wonach eine Verkäuferin 18.50 Fr. Stundenlohn, inklusive Feriengeld, erhält was einem Stundenlohn von 16.50 Fr. oder einem Monatslohn von hochgerechnet, 2'940 Fr. entspricht. Solche Löhne sind skandalös!
Unehrliche Imageförderung
Auf ihrer Website preist sich Blackout als fairer Arbeitgeber an: Seit 1.1.2009 ist die Modeboutique Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF). Die FWF setzt sich für gerechte Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie ein. Ihre Mitglieder unterzeichnen einen Arbeitsverhaltenskodex, der acht international akzeptierte Arbeitsstandards enthält. Darunter fällt auch die Pflicht über die Bezahlung eines existenzsichernden Lohnes. Blackout, welche im Kanton Bern 11 Filialen betreibt, hält sich leider wiederholt nicht an den vom Regierungsrat erlassenen NAV, der die Bezahlung von existensichernden Löhnen gewährleisten sollte. Der Gewerkschaft Unia liegen entsprechende Dokumente vor. Bereits 2008 machten diverse Modefirmen, darunter auch Blackout, Schlagzeilen bezüglich Kinderarbeit und ungenügenden Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern (Kassensturz berichtete).
Verbindliche Löhne im Detailhandel – Lösung gegen Lohndumping
Der für den Detailhandel im Kanton Bern geltende NAV wird nach wie vor nicht konsequent eingehalten. Dies bestätigt auch die zweite Studie des Kantons (http://www.mehr-fairness.ch/fileadmin/Dokumente/Kampagne/BERICHT-Detailhandel-Kt_Bern-DEF.pdf), die auf Drängen der Unia im Zusammenhang mit den Lohn- und Arbeitsbedingungen im Detailhandel durchgeführt wurde. Der Regierungsrat des Kantons Bern erwartet dass vom NAV nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen wird (http://www.mehr-fairness.ch/fileadmin/Dokumente/NAV/Antwort_Regierungsrat_Petition_Mai_2010.pdf). Aufgrund von Umfragen der Unia und Gesprächen mit Betroffenen im Detailhandel werden die Löhne der Arbeitnehmenden im Detailhandel wiederholt unbegründet unterboten. Die Unia ist überzeugt, dass verbindliche Löhne das Lohndumpingproblem im Detailhandel lösen würde. Unia appelliert an die Behörden die Löhne im Normalarbeitsvertrag Detailhandel rasch verbindlich zu erklären.
Weitere Auskünfte:
Natalie Imboden, Regionalsekretärin Unia Region Bern,
Barbara Rimml, Branchenverantwortliche Detailhandel Unia Sektion Bern, Stefan Wüthrich, Sektionsleiter Oberaargau-Langenthal

